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Welchen DPI-Wert für Lasergravur verwenden (Schnellanleitung nach Material und Maschine)

DPI-Empfehlungstabelle für Lasergravur auf Aluminium, MDF, Stahl und Acryl je nach Diode oder CO₂, und wie DPI Gravurzeit und Ergebnis verändert.

Aktualisiert 2026-07-28

DPI bei der Lasergravur verwirrt, weil der Begriff aus dem Druckbereich stammt, hier aber physisch etwas anderes bedeutet. Es geht nicht um die Qualität deines Bildes — sondern darum, wie viele Scanlinien der Laser pro Zoll Material macht.

Was DPI bei der Gravur wirklich bedeutet

Bei der Rastergravur macht der Laserkopf horizontale Hin- und Herfahrten, Zeile für Zeile, von oben nach unten. DPI legt fest, wie eng diese Linien beieinander liegen: bei 300 DPI gibt es 300 Linien pro Zoll; bei 150 DPI ist es die Hälfte, mit doppeltem Abstand zwischen jeder Linie.

Manche Software (LightBurn eingeschlossen) nennt dasselbe "Line Interval" oder Zeilenabstand, umgekehrt betrachtet: mehr DPI bedeutet einen kleineren Abstand zwischen den Linien.

Warum höherer DPI nicht immer besser ist

Den DPI-Wert zu erhöhen ist in zweierlei Hinsicht nicht kostenlos:

  • Maschinenzeit. Eine Verdoppelung des DPI verdoppelt ungefähr die Gravurzeit, da doppelt so viele Linien abgefahren werden müssen.
  • Wärmeaufbau. Mehr Linien pro Zoll bedeuten mehr Wärmedurchgänge über dieselbe Zone auf weniger Raum. Auf Holz ist dies eine direkte Ursache für verbrannte Kanten und Verformung — behandelt in warum Laserschneiden an den Kanten verbrannt aussieht.

Gleichzeitig verliert ein zu niedriger DPI-Wert Detail: Dithering (siehe welchen Dithering-Algorithmus wählen) braucht genug Auflösung, um Zwischentöne wiederzugeben, und unterhalb eines gewissen Punkts zeigt das Bild sichtbare Blockbildung.

Referenztabelle nach Material und Maschine

Material Lasertyp Empfohlener DPI
Acryl CO₂ 254
Eloxiertes Aluminium / MDF CO₂ 254
Eloxiertes Aluminium / MDF Diode 318
Stahl / Faser CO₂ oder Faser 400
Helles Holz (feine Detailgravur) Diode 318–400
Leder Diode oder CO₂ 254

Diese Zahlen sind vernünftige Ausgangspunkte, kein physikalisches Gesetz — genau wie bei Leistungs- und Geschwindigkeitseinstellungen hängt der optimale DPI-Wert von deiner konkreten Maschine und dem Detailgrad des Bildes ab. Ein einfaches Logo braucht nicht denselben DPI wie ein Porträt mit feinen Verläufen.

Wie man wählt, ohne die Tabelle auswendig zu lernen

Eine praktische Regel: Beginne mit dem Tabellenwert für deine Material/Maschinen-Kombination und erhöhe ihn nur, wenn das Bild feine Details hat, die verloren gehen (Porträtmerkmale, kleiner Text, dünne Linien). Bei Logos, großem Text oder einfachen Illustrationen spart eine Senkung des DPI-Werts Maschinenzeit ohne sichtbaren Verlust.

Wenn dein Bild bei 254 DPI gut aussieht und du keinen Unterschied bei 400 DPI bemerkst, bleib bei 254 — du gravierst schneller und mit weniger Wärmeaufbau, ohne sichtbare Einbußen.

DPI und Dithering gehören zusammen

DPI und der Dithering-Algorithmus sind keine unabhängigen Einstellungen: ein weit gestreutes Dithering (wie Jarvis-JJN) braucht etwas mehr Auflösung, um sauber auszusehen, als ein regelmäßiges Muster (Bayer), das auch bei niedrigerem DPI gut funktioniert. Wenn du den DPI-Wert erhöhst, um Detail zu gewinnen, lohnt es sich, auch einen anderen Algorithmus auszuprobieren, bevor du annimmst, das Problem sei rein die Auflösung.

MEZ Laser liefert den empfohlenen DPI-Wert vorgeladen je nach gewähltem Material und Lasertyp, und der Testmodus erlaubt den Vergleich mehrerer DPI-Werte am selben Bild, bevor du das gute Material gravierst.